Wichtiges Sicherheitsupdate: Tableau Server-Schwachstellen (Oktober 2026)

Autor:in: The Information Lab
Lesezeit: 4 Minuten

Kürzlich sind wir auf drei Sicherheitslücken aufmerksam geworden, die die Sicherheit von Tableau Server-Umgebungen beeinträchtigen können. In diesem Beitrag fassen wir die Details zu den Schwachstellen zusammen und zeigen, welche Maßnahmen jetzt erforderlich sind, um das System abzusichern.

[A] Salesforce Security wurde über eine Sicherheitslücke bei der Validierung von Pfaden ohne Authentifizierung in der EPS-Komponente von Tableau Server unter Windows informiert. Durch die Verwendung speziell gestalteter Pfadwerte könnte ein unbefugter Angreifer die Validierung umgehen und möglicherweise Authentifizierungsdaten an einen Netzwerkdienst seiner Wahl weiterleiten oder ein nicht autorisiertes Plugin laden. Dafür ist keine authentifizierte Sitzung erforderlich.

[B] Salesforce Security hat eine Sicherheitslücke im Tableau Server Client File Service (CFS) identifiziert, die es einem nicht authentifizierten Angreifer ermöglichen könnte, beliebige Dateien zu lesen, beliebige Dateien zu schreiben oder eine Remote-Code-Ausführung (RCE) auf dem betroffenen Host durchzuführen.

[C] Salesforce hat einen Sicherheitsverstoß im Zusammenhang mit Zwischenzertifikaten gemeldet, die von einer externen Zertifizierungsstelle ausgestellt wurden.

Die Warnungen betreffen ausschließlich Tableau Server (alle Versionen, die vor dem 23. Oktober 2026 veröffentlicht wurden). Tableau Cloud und andere von Salesforce gehostete Umgebungen sind nicht beeinträchtigt.

Welche Maßnahmen sind notwendig?

1. Server Upgrade durchführen

Am 23. Oktober hat Tableau eine Reihe neuer Versionen von Tableau Server veröffentlicht, die die Schwachstellen beheben und die Umgebung wieder sicher machen. Zu diesen Versionen gehören:

  • 2025.1.21
  • 2025.3.11
  • 2026.2.4
  • 2026.3.0.

Ein Upgrade ist die einzige Maßnahme, die Schutz vor allen drei Schwachstellen bietet. Es gibt jedoch weitere vorübergehende Maßnahmen.

2. Prüfung auf schädliche Aktivitäten

Bezüglich [B] hat Tableau berichtet, dass sich schädliche Aktivitäten potenziell in den CFS- und Filestore-Serverprotokollen (Logs) erkennen lassen, und die folgenden Anweisungen hierfür bereitgestellt:

Unter Windows:

  1. Suche das Verzeichnis „logs“ in Deinem Tableau Server-Datenverzeichnis (im Standard C:\ProgramData\Tableau\Tableau Server\data\tabsvc\logs).
  2. Führe von diesem Verzeichnis aus die folgenden beiden Befehle in einem PowerShell-Terminal aus: Get-ChildItem -Recurse -Include clientfileservice_.log,filestore*.log* | Select-String -Pattern ‚(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][^,)““ ]\.\.[\\/]|(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][^,)““ ][\\/]\.\.|(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=]\.\.‘ Get-ChildItem -Recurse -Include clientfileservice_.log,filestore*.log* | Select-String -Pattern'(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][A-Za-z]:[\\/]|(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][\\/][\\/]‘

Unter Linux:

  1. Suche das Verzeichnis „logs“ in Deinem Tableau Server-Datenverzeichnis (normalerweise /var/opt/tableau/tableau_server/data/tabsvc/logs).
  2. Führe in diesem Verzeichnis die folgenden beiden Befehle in einer Shell aus (verwende einfache Anführungszeichen genau wie dargestellt, damit die Shell die Backslashes nicht verändert): grep -E -rn –include=’clientfileservice_.log‚ –include=’filestore*.log*‘ ‚(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][^,)“‚“‚“‚ ]\.\.[\\/]|(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][^,)“‚“‚“‚ ][\\/]\.\.|(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=]\.\.‘ . grep -E -rn –include=’clientfileservice_.log‚ –include=’filestore*.log*‘ ‚(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][A-Za-z]:[\\/]|(fileType|folderId|filePathInFolder|newFolderId)[:=][\\/][\\/]‘ .

Wenn ein Treffer gefunden wird, untersuche diesen gemeinsam mit Deinem IT-/Sicherheitsteam.

3. Aktualisiere die Systemzertifikate

Für [C] müssen die Betriebssystemzertifikate aktualisiert werden. Am besten rollt Dein IT-Team die Zertifikatsupdates des Betriebssystems in der gesamten Umgebung aus. Unter Linux bedeutet dies, die betroffenen Zertifikate in /etc/ca-certificates.conf zu deaktivieren und den System-Trust-Store zu aktualisieren. Der Betriebssystemhersteller oder das IT-Team verfügt möglicherweise ebenfalls über entsprechende Anleitungen.

Wenn Du eine ältere Version als 2025.1 nutzt oder nicht auf das neueste Release vom Oktober 2026 aktualisieren möchtest, kannst Du auch beim Tableau-Support ein Skript anfordern, um die betroffenen Zertifikate manuell zu entfernen.

Wir empfehlen aber dringend ein Upgrade auf eine der oben genannten Versionen.

Fragen oder Unterstützung beim Upgrade?

Wir behalten die Situation im Blick und werden diesen Beitrag aktualisieren, sobald wir weitere Informationen von Tableau erhalten. Bei Fragen, Bedenken oder wenn Du Hilfe bei der Umsetzung brauchst, melde Dich gerne jederzeit bei unserem Support-Team unter support@theinformationlab.de.