Spaltenanzahl von Small Multiples in Tableau per Parameter steuern
Bei Small Multiples steckt die Anzahl der Spalten normalerweise fest in der Berechnung. Das funktioniert, solange die Zahl der Kategorien stabil bleibt und alle dieselbe Bildschirmgröße nutzen. Beides ist im Alltag selten der Fall: Ein Filter reduziert die Auswahl von zwanzig Ländern auf sechs, und das Raster passt nicht mehr. Jemand öffnet das Dashboard auf einem schmalen Laptop, und die Diagramme laufen über den Rand.

Mit einem Parameter wird die Spaltenanzahl zur Stellschraube im Dashboard. Die Sortierung bleibt dabei erhalten.
Dieser Beitrag setzt voraus, dass Du Small Multiples schon einmal gebaut hast. Falls nicht: In Small Multiples in Tableau vergleichen wir den nativen Chart-Typ mit der manuellen Methode. Hier geht es nur um die Erweiterung der manuellen Variante um einen Parameter.
Schritt 1: Parameter anlegen
Klick im Datenbereich in einen freien Bereich oder nutze den kleinen Pfeil im Container Dimensionen und wähle „Parameter erstellen”.

Im folgenden Dialog vergibst Du einen Namen, der im Dashboard verständlich ist, denn der Parameter wird für Nutzende sichtbar. Im Beispiel heißt er „Wie viele Spalten?”. Als Datentyp wählst Du „Ganzzahl”, bei „Zulässige Werte” die Option „Bereich”.

Den Wertebereich solltest Du bewusst setzen. Im Beispiel liegt er zwischen drei und zehn, der Startwert bei sechs. Nach unten begrenzt das den Fall, dass jemand auf eine Spalte stellt und endlos scrollen muss. Nach oben verhindert es, dass die einzelnen Diagramme so schmal werden, dass kein Verlauf mehr erkennbar ist. Wo genau die sinnvolle Obergrenze liegt, hängt vom Diagrammtyp ab: Liniendiagramme brauchen mehr Breite als einzelne Balken.
Nach dem Bestätigen erscheint der Parameter im unteren Teil der Datenleiste. Klick ihn mit der rechten Maustaste an und wähle „Parametersteuerelement anzeigen”.
Schritt 2: Die Berechnungen
Drei berechnete Felder bestimmen, wo ein Diagramm im Raster landet. Grundlage ist INDEX(), die laufende Nummer der jeweiligen Kategorie in der Sortierung.
Spaltenposition
IIF((INDEX() % [Wie viele Spalten?])=0,
[Wie viele Spalten?],
INDEX() % [Wie viele Spalten?])
Der Modulo-Operator % gibt den Rest der Division zurück. Bei sechs Spalten liefert Kategorie 7 den Rest 1 und landet damit wieder ganz links. Ein Sonderfall bleibt: Kategorie 6 ergibt den Rest 0, müsste aber in Spalte 6 stehen. Genau das fängt die IIF-Bedingung ab.
Zeilenwert
INDEX()/[Wie viele Spalten?]
Ein Zwischenschritt. Kategorie 7 geteilt durch sechs Spalten ergibt 1,17 und gehört damit in die zweite Zeile.
Zeilenposition
if [ZeilenWert]=int([ZeilenWert]) then
[ZeilenWert]
elseif [ZeilenWert]<0 then
int([ZeilenWert])
else
int([ZeilenWert]+1)
end
Diese Berechnung rundet auf. Aus 1,17 wird Zeile 2, aus einer glatten 2 bleibt Zeile 2. Der mittlere Zweig fängt negative Werte ab, die bei bestimmten Tabellenberechnungen auftreten können.


Heißt Dein Parameter anders, ersetze [Wie viele Spalten?] in allen drei Formeln entsprechend.
Felder platzieren
Zieh die Dimension, nach der aufgeteilt wird, im Beispiel das Land, auf „Detail” im Markierungscontainer. Das Feld „Spalten” kommt in den Spaltencontainer und wird auf „diskret” umgestellt, „Zeilen” entsprechend in den Zeilencontainer.
Berechnen per einstellen
Für beide Felder musst Du über die rechte Maustaste unter „Berechnen per” die Dimension wählen, nach der unterteilt wird. Ohne diese Einstellung zählt INDEX() über die falsche Partition, und das Raster bleibt leer oder zeigt nur eine Reihe. Der Schritt ist leicht zu übersehen, weil Tableau keine Fehlermeldung ausgibt, sondern einfach ein falsches Ergebnis zeichnet.
Danach kannst Du den Parameterwert verschieben und siehst, wie sich die Aufteilung anpasst.
Schritt 3: Daten einsetzen und im Dashboard nutzbar machen
Im Beispiel ist die Entwicklung der Lebenserwartung von Frauen und Männern seit 1900 dargestellt, sortiert absteigend nach dem kombinierten Wert. Japan steht an erster Stelle. Diese Sortierung bleibt bei jeder Spaltenanzahl erhalten, und genau das unterscheidet die Parameterlösung von einer manuell eingetragenen Aufteilung.
Nebenbei zeigt die Darstellung, wie unterschiedlich lange demografische Daten erfasst werden. Schweden liefert Werte über den gesamten Zeitraum, bei anderen Ländern setzen die Linien deutlich später ein. In Small Multiples fallen solche Lücken sofort auf.
Damit der Parameter im Dashboard auch benutzt wird, lohnen sich drei Überlegungen. Die Darstellung als Schieberegler liegt bei kleinen Wertebereichen nahe, führt beim Ziehen aber dazu, dass jede Zwischenstufe gerendert wird; bei großen Datenmengen ist eine Auswahlliste die ruhigere Variante. Die Beschriftung sollte selbsterklärend sein, weil der Parametername im Dashboard sichtbar bleibt. Und der Regler gehört räumlich zur Visualisierung, die er steuert, nicht zu den inhaltlichen Filtern, sonst wird er für einen Datenfilter gehalten.
Was der Parameter nicht löst
Fehlen einzelne Werte, etwa weil eine Kategorie in einem Zeitraum keine Einträge hat, kann die Zuordnung im Raster verrutschen. Das betrifft die manuelle Methode generell und wird durch den Parameter weder besser noch schlechter.
Auch leere Felder am Ende verschwinden nicht. Bei 26 Kategorien und sechs Spalten bleiben in der letzten Zeile vier Plätze frei. Der Unterschied ist, dass Nutzende die Aufteilung jetzt selbst anpassen können, statt mit einer festen Einstellung zu leben.
Wann sich der Aufwand lohnt
Für eine einmalige Analyse ist die feste Spaltenzahl schneller eingetragen. Der Parameter rechnet sich, sobald das Dashboard veröffentlicht wird und mehrere Personen damit arbeiten, oder wenn Filter die Anzahl der dargestellten Kategorien verändern. Dann entfällt das Nachziehen des Layouts bei jeder Änderung.
Gegen den Parameter spricht ein Dashboard, das bewusst reduziert sein soll. Jedes zusätzliche Bedienelement gibt eine Entscheidung an die Nutzenden weiter. Wenn die passende Aufteilung ohnehin feststeht, triff sie selbst.
Unterstützung bei Tableau
Welche Darstellung für eine Fragestellung die richtige ist und wie ein Dashboard aufgebaut sein muss, damit es im Fachbereich tatsächlich genutzt wird, entscheidet mehr über den Nutzen als die einzelne Technik.
Daran arbeiten wir in unseren Tableau Trainings und in Projekten rund um Tableau.