Quo vadis, Big Data? (III)
Daten geben Unternehmen also die Möglichkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen und bereits heute nutzen die weltweit gröĂten (Technologie)-Unternehmen Daten, um Risiken zu analysieren, Prozesse zu verschlanken und ihre Kundenbasis besser zu verstehen, um weiter zu wachsen.
Big Data als Chance
FĂŒhrende Unternehmen haben also eines gemeinsam: Sie sind sich stetiger MarktverĂ€nderung und der Bedeutung von Daten bewusst. Data Analytics ist lĂ€ngst kein Luxus mehr, der nur den âQuantsâ von GroĂbanken vorbehalten ist. Mittlerweile ist es unabhĂ€ngig von der Branche und GröĂe des Unternehmens obligatorisch, Daten zu nutzen, um wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und so lange wie möglich zu ĂŒberleben.

Mit einer extremen Denkart geht Amazons Jeff Bezos voran, der dieses Jahr unlĂ€ngst verkĂŒndete, âAmazon wird pleitegehenâ.
Dabei sehen immer noch zu viele Unternehmen Big Data Analytics als ânice to haveâ oder als Nebenprodukt an. Noch bevor ernsthafte Ressourcen aufgebracht werden, um eine â nicht oft genug zitierte â Analysekultur zu implementieren, werden die besten Data Analysts, Data Scientists oder gar Machine Learning- und Artificial Intelligence-Spezialisten angeheuert, ohne sich an einer wirklichen strategischen Zielsetzung zu orientieren. Dies fĂŒhrt zwar dazu, dass Daten erhoben, extrahiert, transformiert und modelliert werden, ohne aber am Ende des Tages ein wirkliches Problem zu lösen oder neue GeschĂ€ftsmöglichkeiten zu generieren.
Analytics Culture ist deshalb ĂŒberlebensnotwendig und lĂ€ngst kein USP mehr, sondern eher ein Hygienefaktor. So prognostiziert das Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner, dass bis 2022 90 Prozent aller Unternehmensstrategien Data Analytics als essentielle Kernkompetenz beinhalten werden. Es geht also nicht mehr um das âobâ, sondern um das âwieâ.
Data Analyst 2.0
Anstatt also einfach nur offene Stellen zu besetzen, sollte der Fokus auf Fachleuten mit einem breiten Spektrum an (Daten-)Kenntnissen liegen. Dazu gehört die FÀhigkeit, die richtigen Tools anzuwenden, wichtige Insights zu identifizieren und diese durch die richtigen Visualisierungen sinnvoll zu kommunizieren.
Orit Gadiesh, Vorsitzende von Bain & Co, hat hierfĂŒr den Begriff âexpert-generalistâ geprĂ€gt, als âsomeone who has the ability and curiosity to master and collect expertise in many different disciplines, industries, skills, capabilities, [..] and topicsâ. Also ein techno-funktioneller Berater, der durch seine unterschiedlichen Erfahrungen um die Wichtigkeit einer anwendbaren Analysekultur weiĂ und diese in einem Unternehmen erfolgreich implementiert â âto help people make sense of dataâ.
Ein Data Analyst als âExpertengeneralistâ verhĂ€lt sich in gewisser Weise wie seine Daten selbst: Beide erkennen Innovation. Beide sind Innovation!
Es bleibt also spannend und niemand kann genau sagen, wohin sich âBig Dataâ entwickeln wird. Nach dem Internet mit der einhergehenden und stetig wachsenden InterkonnektivitĂ€t geben Cloud-Speicher und das âInternet of Thingsâ (IoT) aber die Marschrute fĂŒr Big Data vor. Getreu âMooreâs Lawâ können wir uns aber einen groben Dreisatz denken, bei dem die Potenz der Datentechnologie nicht unterschĂ€tzt, sondern genutzt werden sollte. Diese Erkenntnis wird die Gemeinsamkeit der in Zukunft erfolgreichen Unternehmen ausmachen.