Entwicklungen rund um Microsoft Fabric AI und Power BI auf der FabCon 2026

Autor:in: Frederik Egervari
Lesezeit: 4 Minuten
Ein Mann mit glattem Kopf und schwarzem T-Shirt vor einem unscharfen Hintergrund.

Vom 29. September bis 02. Oktober fand in Barcelona die European Microsoft Fabric + SQL Community Conference (FabCon) statt. Dabei wurden mehrere spannende Neuerungen im Bereich von Microsoft Fabric und Power BI angekündigt und vorgestellt.

Grundsätzlich merkt man, dass beim Themenkomplex Fabric und Power BI deutlich mehr Dynamik in die AI-Integration kommt. Diese Entwicklung zeigt sich derzeit in der gesamten BI-Landschaft. Ähnlich wie bei Tableau wurde in den vergangenen zwei Jahren viel angekündigt, aber nur wenig wirklich Nutzbares geliefert. Inzwischen scheint sich das spürbar zu ändern.

Besonders drei Themenfelder stechen dabei hervor. Keines davon ist völlig neu, doch alle entwickeln sich derzeit schnell weiter.

Fabric Data Apps

Mit Fabric Data Apps lassen sich eigene Apps direkt in Fabric hosten, die ihre Daten im Hintergrund direkt aus semantischen Modellen oder Lakehouses ziehen. Eine App ist dabei im Endeffekt eine Website, welche in Fabric lebt. Damit stellen Fabric Data Apps eine Erweiterung von Power-BI-Reports dar, da sie die Flexibilität deutlich erhöhen. So kann beispielsweise eine Write-back-Funktionalität abgebildet werden, welche in klassischen Reports von Power BI nicht möglich ist.

Die Technologie dahinter ist nicht neu. Neu ist, dass sich solche Apps inzwischen gut mit AI erstellen lassen, zumindest solange sie nicht zu komplex sind. Tiefere Programmierkenntnisse braucht man dafür nicht mehr. Deshalb dürften Fabric Data Apps großen Anklang finden.

“Modern” Power-BI-Reports

Eng verknüpft mit den Fabric Data Apps ist die Integration in Power BI im Reporting-Bereich. Hier ist die Grundidee, Power-BI-Reports nicht mehr klassisch (in der Keynote als “legacy Reports” bezeichnet) zu erstellen, sondern stattdessen über AI-Prompting. Zusätzliche manuelle Anpassungsmöglichkeiten ermöglichen ein händisches Anpassen von den verschiedenen Reportteilen. Also kein vollständiges Erstellen von Reports durch AI, sondern eine Erstellung einer Vorlage nach einem Prompt und anschließender Möglichkeit, diese manuell zu verändern – alles direkt im Interface von Power BI.

Fabric IQ

Fabric IQ bietet einen Ontologie-Layer, damit semantische Modelle in Power BI durch zusätzlichen Kontext erweitert werden können. Dadurch kann eine Konsumption via AI besser funktionieren als ohne diesen zusätzlichen Kontext. Ontologie ist dabei darauf ausgelegt, dass die Beziehungen zwischen verschiedenen Datenpunkten beschrieben werden. Bspw. bei einer Fluglinie könnten Flugzeug – Flughafen eine Verknüpfung in einem klassischen Datenmodell über eine ID haben, eine Ontologie erstellt eine inhaltliche Verknüpfung, also etwa Flugzeug “landet” Flughafen. Dadurch erhält ein LLM deutlich mehr Kontext darüber, wie diese Tabellen gemeinsam verwendet werden sollten.

Gemeinsam mit Power BI Semantic Models und der zugrundeliegenden Datenebene OneLake bildet sich hiermit eine Model aus drei Ebenen um Daten, Logik und Kontext zu kombinieren.

Weitere Entwicklungen rund um Microsoft Fabric

Daneben gab es noch viele andere spannende Themen und Neuerungen, wie etwa “GPU accelerated Lakehouses”, ein Feature, über das Lakehouses in Fabric nicht nur mit klassischen CPUs, sondern auch mit GPUs arbeiten und so viele Aufgaben parallel abarbeiten können. Insbesondere wenn zukünftig immer mehr Datenabfragen über AI-Agenten erfolgen, wird die Möglichkeit, mehr Aufgaben parallel abzuarbeiten, bestimmt wichtiger. GPU accelerated Lakehouses sind die Antwort von Microsoft hierauf. Auch weitere Features rund um SQL-Datenbanken in Azure, wie etwa die Möglichkeit, Azure-SQL-Datenbanken lokal zu kopieren, um die Entwicklung nicht in der Cloud durchführen zu müssen, wurden vorgestellt.

Fazit

Insgesamt ist hier viel Bewegung in der Entwicklung. Fabric gibt es jetzt seit bald vier Jahren und die technischen Kinderkrankheiten sind so langsam ausgemerzt. Die AI-Integration war in den letzten Jahren schleppend, während die Wettbewerber Databricks und Snowflake etwas vorausgeeilt waren. Hier zieht Fabric immer mehr nach und baut systematisch eine praktische, AI-native Plattformintegration auf.

Microsoft Fabric für Eure Datenlandschaft einordnen

Ihr möchtet wissen, welche der neuen Fabric- und Power-BI-Funktionen für Eure Umgebung relevant sind und wo sich konkrete Einsatzmöglichkeiten ergeben? Wir unterstützen Euch dabei, die Entwicklungen einzuordnen und passende nächste Schritte abzuleiten.