Bullet Chart in Tableau: drei Kennzahlen, ein Diagramm – so geht’s richtig
Du möchtest eine einzige Kennzahl als prozentualen Anteil eines Ganzen darstellen und denkst zunächst daran, ein Tortendiagramm zu verwenden? Wir raten Dir zum Bullet Chart.
Du möchtest eine Kennzahl im Vergleich zu einem Referenzwert darstellen, beispielsweise im Vorjahresvergleich und denkst daran, nebeneinanderliegende Balken zu verwenden? Wir raten Dir zum Bullet Chart.
Du möchtest die kategorische Bewertung einer Kennzahl darstellen und denkst daran, Symbole in Ampelfarben zu verwenden? Wir raten Dir zum Bullet Chart.
Wenn Du jetzt an die Verwendung von dreimal denselben Diagrammtyp denkst liegt du falsch. Ein Bullet Chart in Tableau ist mehr als nur ein Balken, es ist eine 3-in-1 Lösung sowie eine hervorragende KPI Visualisierung.
Was ist dieses Bullet Chart?
Das Bullet Chart ist international auch als Bullet Graph bekannt und wird im Deutschen seltener auch Bullet-Diagramm genannt. Es vereinigt (bis zu) drei Informationen:
- Welchen Anteil des Ganzen macht meine Kennzahl aus?
- Wie schneidet meine Kennzahl im Vergleich zu einem Referenzwert ab?
- Wie ist meine Kennzahl zu bewerten?
Stephen Few entwickelte diesen Diagrammtyp, welcher traditionelle Thermometer-Visualisierungen und Tachometer ablöst. Das Bullet Chart ist im Herzen ein einfacher Balken, welcher die drei visuellen Merkmale von Länge, Farbe und Position verbindet und dem Betrachter somit auf den ersten Blick vielfältige Informationen vermittelt.

Was vermittelt uns dieses Bullet Chart?

- Der dunkle Balken repräsentiert den tatsächlichen Wert.
- Die vertikale Linie bezeichnet den Referenzwert.
- Die schattierten Bänder markieren qualitative Bereiche.
Bullet Charts können aus einem oder mehreren Balken bestehen und sie können vertikal oder horizontal ausgerichtet sein.
Wie erstelle ich ein Bullet Chart in Tableau?
Die Fläche „Zeig es mir!“ bietet das Bullet Chart als Diagrammtyp an. Mit zwei Kennzahlen und beliebig vielen Dimensionen kann das Bullet Chart daher ganz einfach über diese Schaltfläche erstellt werden.

Was ist nun passiert?
Tableau legt die Dimension auf Zeilen und eine der beiden Kennzahlen auf Spalten (bei Datumsfeldern umgekehrt). Anhand der anderen Kennzahl, welche auf Detail gelegt wird, erstellt Tableau ein Verteilungsband mit den Anteilen von 60% und 80% sowie eine Referenzlinie je Zelle.
Hat Tableau Deine Kennzahlen vertauscht, sodass der Vergleichswert im Balken und der primäre Wert in der Referenzlinie liegen? Mit einem Rechtsklick auf die Achse können die Referenzlinienfelder getauscht werden.
Auch weitere Anpassungen sind vornehmbar. In unserem Beispiel haben wir das Distributionsband angepasst, sodass wir eine vierstufige Wertigkeit von schlecht (<60%), ausreichend (60-90%), sehr gut (90-120%) und hervorragend (>120%) darstellen. Weiterhin haben wir ein berechnetes Feld erstellt, welches die Monate mit einem Gewinnverlust rot einfärbt.
Dieses Beispiel visualisiert den Gewinn des aktuellen Jahres im Vorjahresvergleich je Monat:
Mit dem fertigen Bullet Chart ist schnell zu erkennen, dass nicht nur August und September den Vorjahresgewinn weit übertreffen, sondern dass wir auch im März, April, Oktober und Dezember einen Gewinn weit über dem Vorjahreswert erwirtschaften konnten. Im Februar und November ist der Gewinn jedoch lediglich ausreichend und im Juli geradewegs schlecht.
Möchtest Du lieber mehrere geschachtelte Balken visualisieren? Dann sieh Dir unseren Beitrag zum Bar in Bar Chart an.
Mit dem fertigen Bullet Chart ist schnell zu erkennen, dass nicht nur August und September den Vorjahresgewinn weit übertreffen, sondern dass wir auch im März, April, Oktober und Dezember einen Gewinn weit über dem Vorjahreswert erwirtschaften konnten. Im Februar und November ist der Gewinn jedoch lediglich ausreichend und im Juli geradewegs schlecht.
Wieso heißt dieses Diagramm „Bullet Chart“?
Hast Du Dich schon einmal gefragt, woher der Begriff Bullet Graph stammt? Oder hat der Name Dich und Deine Kollegen von der Verwendung abgeschreckt? Für die Benennung gibt Stephen Few drei Gründe an:
Das Bullet Chart spart sehr viel Platz im Gegensatz zu Tachometer-Visualisierungen, und im Vergleich zu Thermometer-Darstellungen kommt es ohne große Verzierungen oder viele Farben aus. Es liefert eine Vielzahl von Informationen in einer kompakten und prägnanten Form, ähnlich wie Stichpunkte, zu Englisch: bullet points.
Ähnlich wie eine Patrone, die im Ballistik-Test in einen Gelatine-Block eindringt, streben die Balken des Bullet Charts einem Vergleichswert entgegen und durchschlagen ihn eventuell.
Der Titel klang gut und einprägsam.
Fazit: Maximale Aussagekraft auf minimalem Raum durch das Bullet Chart
Die effiziente Gestaltung von Management-Berichten erfordert Darstellungsformen, die komplexe Datenstrukturen ohne visuelle Überladung vermitteln. Während die isolierte Nutzung von Tortendiagrammen, nebeneinanderliegenden Balken oder farbigen Ampelsymbolen Dashboards oft unruhig und schwer interpretierbar macht, bündelt das Bullet Chart diese Anforderungen in einer einzigen Ansicht. Durch die Kombination von Balkenlänge, Referenzlinien und schattierten Verteilungsbändern werden der aktuelle Ist-Wert, die Zielvorgabe und die qualitative Bewertung auf einer gemeinsamen Achse abgebildet.
Die technische Umsetzung in Tableau ermöglicht zudem eine flexible Anpassung an spezifische betriebliche Anforderungen. Über die standardmäßigen Funktionen hinaus lassen sich Verteilungsbänder exakt auf individuelle Zielkorridore skalieren und Farbcodierungen für kritische Abweichungen integrieren. Das Ergebnis ist eine standardisierte und performante Visualisierung, die den direkten Vorjahres- oder Soll-Ist-Vergleich vereinfacht. Durch diesen methodischen Ansatz wird die Informationsdichte erhöht, während die Analysewege für die Entscheidungsträger im Unternehmen nachhaltig verkürzt werden.
Ihr plant die Optimierung eurer Dashboard-Architektur oder möchtet die visuelle Informationsdichte eurer Berichte erhöhen?
Wir unterstützen Unternehmen dabei, komplexe Datenstrukturen in klare, performante Visualisierungen zu übersetzen, Analyseprozesse zu automatisieren und Analytics-Standards nachhaltig zu etablieren.