Interview mit Andy Kriebel, Leiter der Data School von The Information Lab

 

Sie sprechen von einer neuen Analyse-Kultur in Bezug auf Datenanalysen …
… genau, denn darum geht es, um Unternehmen in Deutschland weiterhin auf Erfolgskurs zu halten. Noch beobachten wir, dass es Nachholbedarf in den deutschen mittelständischen Unternehmen, aber auch bei großen Konzernen gibt. Aber bei unseren Seminaren und Workshops im Raum DACH sehen wir auch, dass das Bewusstsein, dass sich etwas tun muss, mittlerweile vorhanden ist. Das zeigen einerseits die Besucherzahlen, andererseits die Gespräche im Anschluss an unsere Veranstaltungen. Letztlich geht es dabei nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“.

Wie können Unternehmen die notwendigen Schritte durchführen?
Hierfür gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die Bedarfe sehen im Einzelfall ganz unterschiedlich aus und die Ermittlung des aktuellen Standes ist immer der erste Schritt. Der Idealfall wäre, dass alle Mitarbeiter aus allen Abteilungen die im gesamten Unternehmen vorhandenen Daten nutzen, um neue Einblicke auf ihre tägliche Arbeit zu erhalten. Aufgrund von Compliance-Regeln lässt sich dies nicht in jedem Betrieb umsetzen.

Um die Mitarbeiter für eine solche Kultur zu gewinnen, ist es entscheidend, dass es Vorbilder im Betrieb gibt. Die Führungsetage und Abteilungsleiter sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Das soll aber nicht bedeuten, dass die Einführung einer solchen Analyse-Kultur reine Chefsache ist.

Auf den Punkt gebracht: Wo liegen die Stärken dieser Analyse-Kultur?
Eine Analyse-Kultur, die sich nicht einschränkt, sondern darauf bedacht ist, auch äußere Entwicklungen und Kundenwünsche stets einzubeziehen, kann dabei helfen, neue Trends frühzeitiger zu erkennen.

Wie schwer lassen sich die neuen Prozesse in Unternehmen implementieren?
Prinzipiell ist das nicht besonders komplex. Die Implementierung einer modernen Analyse-Kultur setzt zunächst nur ein Umdenken aller Mitarbeiter im Unternehmen voraus. Das alleine kann natürlich schon einiges an Ressourcen binden, aber mit den richtigen Maßnahmen lässt sich ein solches Bewusstsein schnell und mit einem vergleichsweise geringen Aufwand schaffen. Beispiele dafür sind etwa eine interne Community, in der sich die Mitarbeiter ungezwungen über ihre Ideen, Analyseansätze und Visualisierung austauschen können, oder der Austausch mit externen Analyseexperten. Auch bieten sich hier kleine interne Wettbewerbe an. Unserer Erfahrung nach lässt sich mit solchen Maßnahmen die Nutzung der Analyse-Tools vervielfachen.